
1 Alzheimersche Krankheit
31
Anwendung dieser Kenntnisse war man in der Lage zuverlässige Aggregations-
Assays zu entwickeln.
Eine Arbeit von Pickhardt et al. beschreibt das Screening einer Bibliothek von
200.000 Substanzen.
[144]
Durch Verwendung eines Fluoreszenz-Assays (basierend
auf dem Farbstoff Thioflavin-S) war man in der Lage 1266 Verbindungen zu
identifizieren, welche die Tau-Aggregation verhindern. 77 dieser Verbindungen sind
überdies in der Lage, bestehende Aggregate wieder aufzulösen.
Abbildung 1.15. Modell und Isoform von Tau. Die Isoform htau40 ist die längste des menschlichen
Zentralnervensystems (441 Aminosäuren). Sie enthält vier Mikrotubulin-Bindungs-Domänen aus 31
bzw. 32 Aminosäuren.
[117]
Das Konstrukt K18 besteht lediglich aus den vier Mikrotubulin-Bindungs-
Domänen, Konstrukt K19 aus drei. Das Peptid PHF43 erhält man durch Proteolyse von K19 mit der
Endoprotease GluC. Die Sequenz der zweiten und der dritten Mikrotubulin-Bindungs-Domäne sind am
unteren Ende der Abbildung dargestellt. Die beiden Hexapeptide PHF6 (V305-K311) und PHF6*
(V275-K281) sind unterstrichen.
[145]
Während das von Pickhardt et al. beschriebene Assay auf Polyanionen als Co-
Faktoren und oxidierenden Bedingungen beruht, entwickelten Binder und Mitarbeiter
ein Aggregations-Assay, welches stattdessen Fettsäuren (z.B. Arachidonsäure) und
reduzierende Bedingungen benötigt.
[136,137]
Untersuchungen über die Unterschiede
dieser beiden Aggregationsverfahren kamen zu dem Ergebnis, dass es ein
441
htau40
1234P1 P21 I1 I2
441
htau23
1234P1 P21
12 34
244 372
K18
PHF6* PHF6
∆K280
134
244 372
PHF6
K19
1 3 4
265 338
PHF6
PHF43
R2
275
VQIINKKLDLSNVQSKCGSKDNIKHVPGGGS
305
R3
306
VQIVYKPVDLSKVTSKCGSLGNIHHKPGGGQ
336
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