Sharp R-120DW User Manual Page 48

  • Download
  • Add to my manuals
  • Print
  • Page
    / 333
  • Table of contents
  • BOOKMARKS
  • Rated. / 5. Based on customer reviews
Page view 47
1 Alzheimersche Krankheit
24
Sekretase ein Proteinkomplex mit hohem Molekulargewicht ist, welcher aus den
Untereinheiten PS1 oder PS2, Nicastrin, Aph-1 (anterior pharynx defective 1) und
PEN-2 (presenilin enhancer-2) besteht.
[88-92]
Die Preseniline allein sind nicht
ausreichend für eine enzymatische Aktivität.
[86,93]
Komplexbildung und die Funktion
der einzelnen Komponenten sind noch weitgehend ungeklärt. Es wird angenommen,
dass die einzelnen Komplexkomponenten sich gegenseitig in ihrer zellulären
Expression beeinflussen. Überexprimierte Einzelkomponenten sind nicht stabil (PEN-
2, PS) oder maturieren nicht, wie im Falle von Nicastrin.
[94]
Neben APP sind auch eine Reihe weiterer Substrate bekannt, die von der γ-
Sekretase gespalten werden, weshalb sie auch als Proteasom der Membran
bezeichnet wurde.
[95]
Als potentielles Ziel einer Wirkstoffentwicklung birgt dies
natürlich die große Gefahr möglicher Nebenwirkungen. Die enge Verwandtschaft zur
Notch-Signalkaskade, welcher in der embryonalen Entwicklung von essentieller
Bedeutung ist, lässt die γ-Sekretase als sehr riskantes und anspruchsvolles drug
target erscheinen. Die intrazelluläre Tätigkeit des Membranrezeptors Notch in den
Neuronen des menschlichen Zentralnervensystems wird durch die Anwesenheit von
PS1-Inhibitoren stark reduziert, was dramatische Folgen für die Morphologie der
Nervenzellen hat. Von großer Bedeutung und Schwierigkeit wird es deshalb sein ein
therapeutisches Fenster zu finden, in dem ein potentieller γ-Sekretase-Modulator
ausreichende Effektivität aber keine unerwünschte Toxizität zeigt.
[96]
1.5.2.2.1 γ-Sekretase-Inhibitoren
Die Entwicklung von potenten γ-Sekretase-Inhibitoren wird stark geprägt durch die
beschriebenen Eigenschaften des Proteinkomplexes. Eine Kristallisation ist
erschwert, die unverzügliche Röntgenstrukturanalyse wird somit undenkbar,
Vorstellungen über die räumliche Anordnung und Ausmaße der „Bindungstasche“
des Enzyms sind nur vage vorhanden. An eine strukturbasierte Wirkstoffentwicklung
ist somit kaum zu denken. Dennoch sind bis heute viele nicht-peptidische sowie
peptidische Strukturen von verschiedenen Firmen in Patenten gesichert worden.
Peptidische PS1-Inhibitoren wie L-685,458 (12, IC
50
= 17 nM, Abb. 1.14) von Merck
Sharp & Dohme (MSD) zählen dabei zu den potentesten.
[97,98]
Hydrophobe Di- und
Tripeptide mit sperrigen N-terminalen Schutzgruppen sind bekannte Strukturtypen für
die Inhibition der γ-Sekretase. Sie wirken allerdings sehr unspezifisch und sind
Page view 47
1 2 ... 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 ... 332 333

Comments to this Manuals

No comments